Um dem Generika-Trend entgegenzuwirken verteilt das Pharmaunternehmen Pfizer über 70 Medikamenten an Arbeitslose. Der Generika-Trend ist jedoch nicht der einzige Grund für diese Aktion. Immer mehr Menschen verlieren in den USA mit ihrer Arbeit auch die Sozial- und Krankenversicherung. Nicht nur Viagra wird kostenfrei an Arbeitslose verteilt, sondern auch viele andere Medikamente, darunter auch Lipitor, ein Medikament zur Senkung der Cholesterinwerte, oder Schmerzmedikamente, wie z.B. Celebrex. Die Patienten erhalten die Medizin gegen einen entsprechenden Antrag. In diese Aktion investiert Pfizer eine Menge Geld. Wie viel genau, dazu wollte das Unternehmen nichts sagen. Pfizer ist nicht das einzige Unternehmen, das sich für eine solche Aktion stark macht. Der Bundesstaat New Jersey zum Beispiel vergibt kostenpflichtige Medikamente um 50% günstiger an Arbeitslose Bürger. In diesem Fall ist der soziale Aspekt maßgebend. Im Fall von Pfizer, ein Unternehmen, das völlig kostenfrei seine Medikamente unter die arbeitslose Bevölkerung bringen will, steht eine andere Sache neben dem sozialen Aspekt im Vordergrund. Kaum ein anderes Pharmaunternehmen, das so stark vom Generika-Trend betroffen ist, als Pfizer. Immer mehr Ärzte verschreiben kostengünstigere Generika, wodurch der Absatz bestimmter Präparate in den letzten Jahren drastisch zurückfiel. Zu einem solch enormen Rückgang kommt es, wenn der Patentschutz für die Präparate ausläuft. Nach dem Auslaufen des Patentschutzes können andere Unternehmen dieselben Wirkstoffe zu Medikamenten verarbeiten. Da hier die Entwicklungs- und Marketingkosten wegfallen, können die Unternehmen ihre Generika zu einem deutlich günstigeren Preis anbieten. Die Originalmedikamente werden dadurch in den Hintergrund gedrängt. So selbstlos solche Aktionen auch klingen mögen, ganz so einfach ist das nicht. Hinter der Aktion verbirgt sich auch eine intelligente Marketingstrategie.
In den USA steigt die Zahl der Nichtversicherten stetig an. Besonders stark sind junge Amerikaner betroffen. Etwa ein Drittel aller, zwischen 19 und 29 Jährigen ist nicht Kranken- und Sozialversichert. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Nichtversicherten Personen auf etwa 47 Millionen Menschen in den USA. Davon mehr als 13 Millionen jungen Menschen, unter 30. Anders, als in vielen anderen Ländern der Welt, existiert in den USA keine Versicherungspflicht. Dies ist einer der wichtigsten Gründe, warum so viele Menschen auf eine Sozialversicherung verzichten. Früher stand es sehr schlecht um die New Yorker Nichtversicherten. Waren sie ernsthaft krank, sodass sie in der Notaufnahme hätten behandelt werden müssen, bekamen sie keine Behandlung. Das hat sich jedoch bereits geändert. Alle Notaufnahmen in New York sind verpflichtet, auch Nichtversicherte zu behandeln. Allerdings werden die Kosten der Behandlung an die Versicherten übertragen, was zu relativ hohen Versicherungsbeiträgen führt.