Wenn man(n) morgens mit der harten Realität konfrontiert wird, ist dies weder ein Grund zur peinlichen Rührung, noch ist es ein Anlass für die Partnerin, den Mann an ihrer Seite schief anzuschauen. Die morgendliche Erektion ist etwas völlig Normales und gehört zum Mann-Sein dazu. Während früher im Volksmund auch von einer Wasserlatte die Rede war, ist man sich heute sicher, dass die „Morgenlatte“ nichts mit einer gefüllten Blase, die auf die Prostata drückt, zu tun hat. Vielmehr liegt die Ursache für eine morgendliche Erektion in der REM-Phase. Intensive Träume – nicht zwingend sexueller Natur – werden für sie verantwortlich gemacht. Interessanterweise können auch Säuglinge, oder sehr alte Männer eine Morgenlatte bekommen, obwohl sie sonst zu keiner Erektion fähig sind. In Schlaflabors wurden unzählige Männer getestet, um dem Grund der morgendlichen Erektion auf die Spur zu kommen. Fest steht, dass Männer in der REM-Phase häufig eine Erektion bekommen. In einer Nacht kann es zu mehreren (bis zu 5) Erektionen kommen, nach dem Aufwachen verschwindet diese bereits nach einigen Minuten. Der Grund für diese Häufigkeit liegt womöglich darin, dass im Schlaf, bzw. wenn man träumt, die Atmung und Puls schneller werden, der Blutfluss verstärkt wird. Somit wird auch in den Penis mehr Blut gepumpt, es kommt zu einer Erektion.
Eine Erektion, die während des Schlafs auftritt, hält meist nur einige wenige Minuten an. In einigen Fällen kann die Erektion jedoch bis zu einer Stunde anhalten, und dies ohne, dass der Mann einen erotischen, oder sexuellen Traum hätte. Die REM-Phase tritt meist in den frühen Morgenstunden auf. Dies ist der Grund dafür, dass man mit der Morgenlatte aufwacht. Seltener findet auch ein nächtlicher Samenerguss statt. Dies wurde nur bei Männern beobachtet, die schon seit längerer Zeit keinen Samenerguss mehr hatten. Bei jungen Männern kommt es häufig auch tagsüber zu unwillkürlichen Erektionen. Diese sind, gegenüber der Morgenlatte oft relativ peinlich. Um eine unwillkürliche Erektion zu bekommen, bedarf es keinerlei sexuellen Gedanken, oder ähnliches. Bei Erektionsstörungen könnte auch eine phallographische Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll sein, um nächtliche Erektionen aufzeichnen zu können. So wäre es möglich, den Grund der Erektionsstörung zu finden, falls diese auf psychische Ursachen zurückzuführen wäre.