Allein in Deutschland klagen um die 6 Millionen Männer zwischen 30 und 70 Jahren über Erektionsstörungen. Die Zahl der weltweit betroffenen Männer wird offiziell mit 152 Millionen beziffert. Die Dunkelziffer liegt allerdings mit Sicherheit deutlich höher. Für viele Männer ist die erektile Dysfunktion (ED) nämlich immer noch ein Tabu-Thema, über das man nicht gerne spricht, obwohl hier Scham völlig Fehl am Platz ist. Je nach Altersklasse legen Betroffene großen wert auf Behandlung. Während die Altersklasse zwischen 30 und 55 gerne das Problem beheben möchte, ist es den Männern der Alterklasse ab 60 dies nicht so wichtig. Doch was ist eigentlich die erektile Dysfunktion?
Die Ursachen können in den unterschiedlichsten Bereichen liegen. Die körperlichen Ursachen sind häufig mit einer entsprechenden Therapie gut in den Griff zu bekommen. Hier liegt das Hauptaugenmerk darin, die Ursache, also die ursprüngliche Erkrankung zu behandeln. Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Arteriosklerose, hormonelle Störungen, diverse Erkrankungen des Nervensystems, bestimmte Operationen (z.B. bei Prostata-Leiden) und Multiple Sklerose sind die bekanntesten körperlichen Ursachen, die zu einer Potenzstörung führen können. Hier gilt es in erster Linie, die ursächliche Erkrankung wirksam zu therapieren.
Auf der anderen Seite liegen der erektilen Dysfunktion seelische Ursachen zu Grunde. Stress, Trennung, Depressionen, Lustlosigkeit, mangelnde Selbstsicherheit, oder Störungen des Selbstbewusstseins, aber auch Konflikte in der Partnerschaft können hier zu Potenzstörungen führen. Zwar gilt auch hier zunächst, die psychischen Ursachen erst einmal unter die Lupe zu nehmen und nach Möglichkeit die eventuell vorliegenden psychische Erkrankung zu therapieren. Führen diese Bemühungen nicht zum gewünschten Erfolg, empfehlen Ärzte und Therapeuten eine weitere Behandlung mit Potenzsteigernden Mitteln. Generell gilt jedoch: Je eher der Betroffene zum Arzt geht, umso besser sind die Aussichten für eine vollständige Heilung. In den meisten Fällen kann die Potenz vollständig wiederhergestellt werden. Der Gang zum Spezialisten ist jedoch unabdingbar. Nur ein Arzt kann die genaue Ursache feststellen. Die Erektile Dysfunktion kann ein Hinweis auf andere, schwerwiegende körperliche, oder organische Erkrankungen sein.
Von einem chronischen Krankheitsbild sprechen die Mediziner, wenn ein Mann bei ca. 70% aller Bemühungen, um den Beischlaf zu vollziehen, scheitert. Die Erektile Dysfunktion darf mit Zeugungsunfähigkeit nicht verwechselt werden. Bei der ED reicht die Erektion nicht für den Geschlechtsverkehr aus, soll heißen, der Penis wird nicht ausreichend hart. Männer, die hiervon betroffen sind, können ihren Samenerguss, bzw. dessen Zeitpunkt nicht kontrollieren. In den meisten Fällen erfolgt die Ejakulation vorzeitig, in anderen Fällen deutlich verzögert. Um eine genaue Diagnose stellen zu können, muss der Arzt dem Patienten einige überaus persönliche und intime Fragen stellen, insbesondere zum Sexualleben, Alltag, Beruf und Familienleben.
In den meisten Fällen wird der Arzt auch mit dem Partner/der Partnerin sprechen wollen. Dies sollten Sie als Betroffene auf jeden Fall zulassen. Informationen über Medikamente, die man regelmäßig einnimmt (auch nicht verschreibungspflichtige Präparate!) helfen dem Arzt, bestimmte Kriterien auszuschließen, oder zu bestätigen, denn auch Medikamente können die Erektile Dysfunktion zu Neben- oder Wechselwirkung haben. Dem ausführlichen Gespräch folgt eine Reihe von körperlichen und psychischen Untersuchungen. Erst, wenn die Ursache eindeutig geklärt ist, kann der Urologe einen Therapieplan festlegen.
Neben so genannten PDE-5-Hemmern kommen Hilfsmittel, wie Potenzpumpe, oder die Implantation einer Penisprothese infrage. Welche Therapie für Sie am besten geeignet ist, kann nur der Arzt bestimmen. Deshalb ist es wichtig: Niemals die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

