Nur wer sich vollkommen entspannen kann, hat auch eine gute und lang andauernde Erektion. Die Entspannung der glatten Muskulatur sorgt dafür, dass ausreichend Blut in den Penis laufen kann. Entspannung wird zum größten Teil von den Nerven gesteuert. Mentales Training, bewusstes Atmen und aktive Muskelentspannungen sorgen für gute Nerven. Gute Nerven erhöhen nicht nur die Lebensqualität, sondern stärken auch die Fähigkeit, sich zu entspannen. Um die Nervenstruktur des Menschen verstehen zu können, muss man wissen, dass der Mensch über zwei Nervensysteme verfügt. Zum einen das vegetative Nervensystem. Dieses System kann von uns Menschen willentlich beeinflusst werden. Zum anderen das autonome Nervensystem, das man willentlich nicht beeinflussen kann. Manchmal meint das Schicksal mit uns Menschen nicht gerade gut. Denn Erektion und Ejakulation werden von eben diesem autonomen Nervensystem gesteuert. Und damit es noch „schlimmer“ wird, stehen sich hier gleich zwei Gegenspieler einander gegenüber. Diese beiden Nervenbahnen sind der Parasympatikus und der Sympatikus. Mentales und körperliches Training hilft uns dabei, diese beiden ein wenig auszutricksen. Ja, auszutricksen, denn wie bereits erwähnt, direkt beeinflussen lassen sich diese beiden bedauerlicherweise nicht. Um diese beiden austricksen zu können, muss man wissen, wann die jeweiligen Bahnen in Aktion treten und welche Aufgaben diese haben. Für eine verlangsamte Atmung, für Entspannung und für die Verlangsamung des Herzschlages ist der Parasympatikus verantwortlich. Der Sympathikus dagegen tritt bei Stress, und Angst in Aktion. Herzschlag und Atmung werden beschleunigt. Der Sympathikus löst die Ausschüttung von Adrenalin aus. So hebt der Sympathikus die Wirkung des Parasympathikus auf. Wird die Entspannung „unterbrochen“, bzw. die entspannende Wirkung des Parasympathikus aufgehoben, oder gehemmt, macht sich das auch in der Erektion negativ bemerkbar. Durch mentale Übungen lässt sich das Sympathikus jedoch relativ gut und wirkungsvoll überlisten. Körperliche Übungen für die Überlistung des Sympathikus bestehen aus tiefen Bauchatmungen. Die mentalen Übungen können in Form von ausgesprochenen, oder gedachten Formeln durchgeführt werden. So bringen wir uns effektiv in Ruhe, so, dass der Parasympathikus aktiv werden kann. Lernt man diese Übungen und bringt man sie aktiv ins (Sex)Leben ein, kann man so für eine starke und dauerhafte Erektion sorgen.
Um sich richtig entspannen zu können, muss man verstehen, dass Körper und Geist stets eine Einheit bilden. Dabei kann der Mensch die Wechselwirkung optimal nutzen. Denn:
Entspannt sich der Körper, so folgt ihm auch der Geist Entspannt sich der Geist, so folgt ihm der Körper.Entspannungstechniken muss und kann man erlernen und effektiv in unser Leben einbinden. Autogenes Training und progressive Muskelentspannung sind die beiden Zauberformeln, die hier Anwendung finden. Mentales Training kann auch direkt beim Sex angewandt werden. Zum Beispiel dann, wenn Sie beim Sex durch negative Gedanken, oder Stress abgelenkt werden. Durch gedachte Worte, oder Formeln lassen sich Körper und Geist beruhigen. So können Sie Ihren Sex entspannt genießen. Die Übung dauert gerade mal 3-5 Minuten, wobei man diese dreimal am Tag wiederholen sollte. Körper und Geist müssen auf eine Ebene gebracht werden. Nicht nur wir Menschen, sondern auch unser Körper, und Geist sind lernfähig. Nach etwa eintausend Wiederholungen stellt sich eine gewisse Automatisierung ein. Das hört sich nach Viel an, doch die Investition lohnt sich. Und das nicht nur im sexuellen Bereich. Auch in anderen Stress- oder Angstsituationen können diese Übungen durchgeführt werden, um sich auf diese Weise zu beruhigen und wieder rational denken zu können. Es ist überaus wichtig, dass Sie die Übungen wirklich täglich dreimal durchführen, um Ihrem Körper und Geist die Chance zu geben, den Prozess der Automatisierung zu erlernen.
Und nun zur Übung:
Zunächst ist es wichtig, dass Sie eine bequeme Haltung einnehmen. Sie können sich bequem hinsetzen, oder sich hinlegen. Lassen Sie sich von äußeren Einflüssen nicht beeinflussen. Schalten Sie Fernseher, Radio aus, und schließen Sie die Augen.
Nun ist es daran, versuchen Sie sich zu beruhigen. Atmen Sie dazu ruhig. Sagen Sie sich innerlich die Worte „Ich bin ganz ruhig“. Die Worte sollten Ihren Geist erreichen, also brauchen Sie die Worte nicht laut auszusprechen.
Nun sollten Sie sich auf bestimmte Körperteile konzentrieren. Atmen Sie tief ein, wobei Sie die Beinmuskulatur anspannen. Sagen Sie sich: „Beine...“ Atmen Sie nun aus und entspannen Sie die Beinmuskulatur. Nun sagen Sie „...ganz schwer“.
Bei jeder Atmung wird ein anderer Körperteil angespannt.
Atmen Sie wieder ruhig ein, und spannen Sie nun die Becken- und Genitalmuskulatur an. Sagen Sie sich „Becken...“
Beim Ausatmen entspannen Sie die Muskulatur und sagen sich „...ganz schwer“
Beim dritten Einatmen sind die Arme daran. Verfahren Sie wie bisher und sagen sich „Arme... ganz schwer...“
Wiederholen Sie nun die Anspannung und Entspannung weitere drei Male, wobei Sie sich nun immer sagen „Beine/Becken/Arme... ganz warm“
Diese Atemübungen helfen Ihnen dabei, sich auf Ihren Körper zu konzentrieren. Die Übung geht weiter, indem Sie sich nun auf Ihren Bauch konzentrieren. Um es einfacher zu machen, lohnt es sich, wenn Sie beim Einatmen „Es atmet... und beim Ausatmen „...mich“ sagen. Wenn Sie sich ein wenig Mühe geben, werden Sie Ihrem Atem folgen können, bis tief in den Bauch.
Die Autosuggestion ist ein wichtiger Bestandteil der Übung. Hierzu sprechen Sie mehrmals die Formel „Gedanken, Gleichgültig, Loslassen, Wichtig“. Dabei achten Sie darauf, dass das Wort „Gedanken“ beim Einatmen zu sprechen, das Wort „Gleichgültig“ beim Ausatmen, „Loslassen“ beim Einatmen, „Wichtig“ beim Ausatmen.
Dies ist die Vorletzte Station der Übung. Die letzte Station ist die Rückkehr. Spannen Sie Ihre Fäuste kräftig an und öffnen Sie die Augen, ganz weit. Atmen Sie tief ein. Dieser Atemzug führt Sie wieder zurück.
Viele Menschen entdecken die positive Wirkung dieser Übung. Für all diejenigen, die mehr wollen, gibt es die Möglichkeit, an speziellen Kursen, unter professioneller Anleitung teilzunehmen. Viele Krankenkassen bieten solche Kurse an, aber auch an Volkshochschulen, oder bei privaten Anbietern gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Erkundigen Sie sich und tun Sie etwas für Ihre Gesundheit und für Ihre Potenz.

