Sauerstoffversorgung

Um den wahren Sinn vom Potenztraining verstehen zu können, sollte man sich ein wenig mit der Mechanik der Erektion befassen. Es ist relativ einfach, und doch ist es nicht jedem bekannt, was in den Geschlechtsorganen in den Phasen der Ruhe und der Erektion vor sich geht. Eine gute Durchblutung ist für eine Erektion unbedingt erforderlich, das wissen wohl alle. Allerdings sollte man auch die Sauerstoffversorgung nicht außer acht lassen. Nur, wenn das Blut auch ausreichend Sauerstoff mit sich führt, wird die Erektion optimal erreicht. In der schlaffen Penisphase wird der Penis nur mit wenig Sauerstoff versorgt. Die Sauerstoffsättigung im Blut ist relativ gering. Anders, als bei einer Erektion. In diesem Fall wird die Sauerstoffsättigung, bzw. der Sauerstoffdruck im Penis auf ein Mehrfaches erhöht. Wir sprechen hier von dem drei- bis vierfachen Druck im Vergleich zur Ruhephase. Der Penis besteht aus drei wichtigen Gewebearten. Die glatte Muskulatur, das elastische Gewebe, sowie die wabige Struktur stehen im engen Zusammenhang zueinander. In welchem Verhältnis diese Strukturen ausgebildet werden, hängt vordergründig von der Sauerstoffversorgung ab. Wird der Penis langfristig optimal mit Sauerstoff versorgt, können Verhärtungen des Gewebes verhindert werden. Insbesondere Männer, die unter der Erkrankung Diabetes mellitus leiden, sind häufig von dieser Verhärtung betroffen. Auch mit zunehmendem Alter steigt das Risiko der Gewebeverhärtung im Penis. Gewebeverhärtung macht sich bemerkbar, und zwar durch kleine Knötchen, die mitunter auch durch bloße Berührung ertastbar sind. Sie führen zu einer Verkrümmung des Penis, insbesondere im Erregungszustand. Die Verkrümmung ist nicht nur optisch ein „Problem“, sie kann zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen, schlimmer noch, die Verkrümmung kann ein Eindringen sogar unmöglich machen. Diese Schmerzen können bei beiden Partnern auftreten. Es ist also unbedingt erforderlich, eine optimale Sauerstoffversorgung des Schwellkörpers zu erreichen, um einer derartigen Erkrankung vorzubeugen.

Männer sind mit einer natürlichen Funktion ausgestattet. Während des Schlafes erleben Männer 3-5 Erektionen. Diese Erektionen sind unwillkürlich und haben nichts mit erotischen Träumen etc. zu tun. Die Antwort auf die Frage, „Warum passiert das?“ ist relativ einfach. Im Schlaf kommt es zu einer so genannte Mehrdurchblutung des äußeren Genitales. Wird die Durchblutung erhöht, erhöht sich auch der Sauerstoffdruck im Penis. Dieses Angebot an Sauerstoff wirkt vorbeugend gegen Gewebeverhärtungen im Penis. Um das Geschehen besser zu verstehen, muss man sich die Sauerstoffversorgung in etwa wie folgt vorstellen. Unsere Venen enthalten verbrauchtes Blut, mit geringem Sauerstoffdruck. Dieser Wert entspricht dem Sauerstoffdruck im schlaffen Penis. Bei verminderter Sauerstoffversorgung wird kein Stickstoffmonoxid hergestellt. Stickstoffmonoxid ist zwar ein giftiges Gas, doch für die Erektion ist es unerlässlich. Stickstoffmonoxid wird in den Schwellkörpern hergestellt. Das Gas sorgt dafür, dass sich die glatte Muskulatur entspannen kann. Durch diese Entspannung werden die wabigen Hohlräume des Penis mit Blut gefüllt. Kann sich aber die glatte Muskulatur nicht entspannen, weil Stickstoffmonoxid fehlt, kann es auch nicht zu einer Erektion kommen. Damit der Körper überhaupt Stickstoffmonoxid produzieren kann, ist das Vorhandensein, bzw. die Aktivität eines bestimmten Enzyms notwendig. Dieses bestimmte Enzym wird jedoch erst bei einer erhöhten Sauerstoffkonzentration „aktiviert“. Für eine Minderversorgung mit Sauerstoff kommt es häufig durch Verengung der zuführenden Blutgefäße. In solchen Fällen ist eine Erektion nur schwer möglich, wenn überhaupt. Bestimmte Erkrankungen, die eine Minderversorgung mit Sauerstoff zur Folge haben, können auch für das Ausbleiben einer Erektion verantwortlich gemacht werden.