Penisprothese – Notwendigkeit, Implantation & Verwendung

Beitrag aus:  10/2019

Durch die Penisprothese soll ermöglicht werden, dass der Penis wieder steif werden kann und Geschlechtsverkehr somit wieder möglich wird. Die Penisprothese ist also auch ein künstlicher Schwellkörperersatz.
Penisprothese

Sie ist keine Seltenheit mehr und es sind mehr Männer betroffen, als man denken könnte: die erektile Dysfunktion. Laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts sind um die 40 Prozent der zwischen 18- und 79-jährigen Männern von Impotenz oder Erektionsstörungen betroffen. Manchmal handelt es sich um vorübergehende Beschwerden, die gut therapiert werden können. Aber in manchen Fällen hilft tatsächlich nur noch eine Operation. Und eine davon ist die Implantation einer Penisprothese.

Was ist eine Penisprothese?

Eine Penisprothese ist ein chirurgisch in den Penis eingebrachtes Implantat. Durch die Penisprothese soll ermöglicht werden, dass der Penis wieder steif werden kann und Geschlechtsverkehr somit wieder möglich wird. Die Penisprothese ist also auch ein künstlicher Schwellkörperersatz. Das Implantat wird bei einer Operation in den Penis eingesetzt. Hinterher sieht der Penis dabei in seiner Form normal aus. Eine Penisprothese wird in der Regel erst eingesetzt, wenn andere Therapiemöglichkeiten gegen Erektionsstörungen nicht gegriffen haben. Patienten mit einer Penisprothese können nach dem Eingriff wieder normalen Geschlechtsverkehr haben.

Welche Arten von Penisprothesen gibt es?

Es gibt drei verschiedene Arten von Penisprothesen, wobei heutzutage nur noch zwei davon auch eingesetzt werden. Diese Arten unterscheiden sich in der Bauart und dem Material. Die Rigide Penisprothese wird heute nicht mehr angewendet, aber sie stellt den Ursprung der heute verwendeten Penisprothesen dar. Sie ist heute nicht mehr anwendbar, weil sie das Glied dauerhaft hart macht. Durch ihre Formstabilität ist der Penis praktisch dauerhaft erigiert, was im Alltag natürlich nicht nur unpraktisch sondern auch unangenehm ist.

Die zweite Art, die Semirigide Penisprothese wird zwar heut noch angewendet, aber nur noch selten. Zwar ist dieses Implantat hart, aber dafür biegsam. Sie stellt die Weiterentwicklung der rigiden Penisprothese dar. Dabei besteht die semirigide Penisprothese in der Regel aus Silikon, welches ein Metallgeflecht umwindet. Der Patient kann die Penisprothese zum Geschlechtsverkehr nach oben biegen, im Alltag wieder nach unten. Die semirigide Penisprothese stellt eher eine natürliche Penisform dar als die rigide Penisprothese. Der Penis ist zwar dennoch dauerhaft erigiert, kann aber außerhalb des Geschlechtsverkehrs nach unten gebogen und somit leichter verborgen werden.

Am häufigsten angewendet wird heutzutage die Hydraulische Penisprothese. Dabei handelt es sich um ein mit Flüssigkeit gefülltes Implantat, welches in die Schwellkörper implantiert wird. Vor dem Geschlechtsverkehr wird die hydraulische Penisprothese manuell mit Flüssigkeit vollgepumpt, so dass sich der Penis aufrichtet und hart wird. Die Flüssigkeit befindet sich in einem Reservoir neben der Harnblase. Gepumpt wird mit einer nicht sichtbaren Handpumpe, die während der Operation in den Hodensack gesetzt wird. Der Patient kann dann manuell die Pumpe betätigen und eine künstliche Erektion herbeiführen. Im Alltag bleibt der Penis im normalen Zustand, was nicht nur praktisch sondern auch angenehm ist. Durch ein kleines Ventil an der Pumpe kann der Zylinder jederzeit manuell wieder entleert werden. Die Handhabung gestaltet sich sehr einfach. Dafür ist die Operation aber aufwendiger und zeitintensiver. Da hierbei eine komplexere Technik greift als bei den semirigiden Penisprothesen kann es auch zu mehr Komplikationen kommen. Allerdings arbeitet man stetig daran, auch diese Art der Penisprothese zu verbessern. So werden mittlerweile zum Beispiel die verschiedenen Kunststoffteile der Materialien mit einer antibiotischen Mikrobeschichtung überzogen, damit die Infektanfälligkeit durch die Materialien gesenkt wird. Der Patient bekommt nach der Implantation dieser Penisprothese nach wie vor einen Samenerguss und auch seine Zeugungsfähigkeit wird in keiner Weise beeinträchtigt. Die Vorteile sind besonders aus Sicht der Patienten deutlich erkennbar. Zum einen ist die Penisprothese alltagstauglich und man sieht auch keine Anzeichen der Prothese, da sich die Operationsnarbe am Hodensack unter dem Penis befindet. Wenn keine Komplikationen auftreten, kann die hydraulische Penisprothese ein Leben lang getragen werden. Bereits nach circa sechs Wochen ist der Heilungsprozess beendet und der Patient kann ganz normalen Geschlechtsverkehr haben. Laut Statistiken sind zwischen 90 und 100 Prozent der betreffenden Patienten sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Wann ist die Penisprothese eine Alternative?

Die Penisprothese ist zwar für Männer gedacht, die an erektiler Dysfunktion leiden, allerdings ist es auch nicht so einfach. Da die Ursachen für erektile Dysfunktionen unterschiedlich sind, gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, diese zu bekämpfen. Erst, wenn keine andere Alternative wirksam war, kommt die Penisprothese in die engere Auswahl. Und die Behandlungsmöglichkeiten gegen die Dysfunktion sind vielfältig. So muss erst herausgefunden werden, ob eine Grunderkrankung vorliegt, zum Beispiel ein Testosteronmangel. Es werden Medikamente zur Verbesserung der Durchblutung des Penis ausprobiert sowie Psychotherapien im Falle von psychischen Gründen für die Erkrankung. Oft wird auch die Penispumpe in die Behandlung einbezogen, die durch ein Vakuum den Penis vergrößern soll. Es gibt auch Medikamente und Wirkstoffe, die in die Schwellkörper gespritzt werden und andere operative Eingriffe an den Venen und Arterien des Penis, damit die Schwellkörper besser durchblutet werden. Greifen diese Behandlungsmöglichkeiten nicht, kann man(n) sich über eine Penisprothese beraten lassen. Eine erektile Dysfunktion bedeutet für viele Männer vor allem eins: Verlust der Männlichkeit und eine starke psychische Belastung. Die Penisprothese kommt aber auch zum Einsatz, wenn ein künstliches Glied aufgebaut werden muss, beispielsweise bei transsexuellen Menschen zur Geschlechtsumwandlung oder nach Penisverletzungen, die die Potenz gefährden.

Was passiert während einer Implantation einer Penisprothese?

Die Operation erfolgt unter Vollnarkose, das heißt, der Patient bekommt nichts von der Operation mit. Vor der Operation muss der Intimbereich gründlich gewaschen und desinfiziert werden, bevor er steril abgedeckt und die Operation losgehen kann. An der Peniswurzel, am Hodensack unter dem Penis, wird ein ungefähr fünf Zentimeter langer Schnitt gesetzt. Das darin befindliche Bindegewebe wird entfernt, damit Platz für das Implantat geschaffen wird. In die beiden Schwellkörper werden nun die Penisprothesen eingesetzt. Bei der semirigiden Penisprothese ist keine weitere Vorrichtung notwendig. Das Implantat wird nur eingesetzt und die Öffnung wieder verschlossen. Bei der hydraulischen Penisprothese geht es hingegen noch weiter: Das Flüssigkeitsreservoir wird neben die Harnblase eingefügt und dort fixiert. Die Pumpe für die spätere manuelle Betätigung des Flüssigkeitsreservoires kommt in den Hodensack. Zum Schluss müssen alle Elemente miteinander verbunden werden. Das funktioniert mithilfe von dünnen Schläuchen. Diese sorgen dafür, dass die Flüssigkeit in dem Reservoir in die Penisprothese fließen beziehungsweise gepumpt werden kann. Als Flüssigkeit wird in der Regel Kochsalzlösung oder gereinigtes Wasser verwendet.

Welche Risiken bringt eine Penisprothese mit sich?

Verheilt die Wunde gut und ohne Komplikationen, ergibt sich aus der Penisprothese selbst keine Risiken. Aber die Operation birgt einige Risiken, so wie alle operativen Eingriffe unter Vollnarkose. Invasive Eingriffe bürgen immer Komplikationen und Risiken, besonders unter Narkose. Bei dem Einsatz einer Penisprothese gehört zu den höchsten Risiken, dass es zu Wundheilungsstörungen und Infektionen nach der Operation kommen kann. Aber auch technische und mechanische Komplikationen beim Einsatz der Penisprothese können auftreten. Während der Operation können in seltenen Fällen Nervenbahnen oder die Harnröhre verletzt werden. Wenn zu lange Penisprothesen eingesetzt oder die Narbe falsch vernäht wird, kann es dazu kommen, dass sich der Penis leicht zu einer Seite hin krümmt. Bei qualitativ arbeitenden Ärzten und Chirurgen kann das aber nicht passieren. Häufig können Bakterien oder andere Keime in die Penisprothese gelangen und Infektionen auslösen, die sich meist durch Rötungen, Schwellungen, Schmerzen und Funktionseinschränkungen deutlich machen. Hierfür wird in der Regel Antibiotikum verschrieben. Im schlimmsten Fall muss die Penisprothese entnommen und zu einem späteren Zeitpunkt eine neue implantiert werden. Bei den hydraulischen Penisprothesen kann es häufiger zu Komplikationen kommen, weil der gesamte Eingriff komplexer ist. Bei der hydraulischen Prothese wird der Schwellkörper zwar hart, aber die Eichel bleibt schlaff. Das kann zu Verletzungen der Eichel führen und den Geschlechtsverkehr erschweren. Eher selten, aber ein Risiko für querschnittsgelähmte Männer und Diabetiker, sind Druckgeschwüre und Blutungen. Diese entstehen, weil die Patienten einen möglichen Dehnungsschmerz nicht oder nur wenig wahrnehmen. Damit kann es passieren, dass die Penisprothese zu stark befüllt wird und es kann zu Gewebeschäden, Geschwüren und Blutungen kommen.

Was muss man bei einer Penisprothese beachten?

Mit einer Penisprothese kann man(n) zwar durchaus normal leben, aber er sollte einiges beachten. Besonders zu Anfang sollte man noch vorsichtig beim Geschlechtsverkehr sein und nicht gleich Vollgas geben. Der Penis und der Körper müssen sich langsam an die neuen Umstände gewöhnen, schließlich ist ein Fremdkörper im Spiel. So vermindert man auch das Verletzungsrisiko. Nach der Operation sollte man auf Rötungen oder Schwellungen im Bereich der Narben achten. Sieht man etwas Auffälliges, sollte man das gleich mit dem behandelnden Arzt abklären und eventuell behandeln lassen bevor es zu einer Infektion oder ähnlichem kommt. Die Penisprothese erzeugt eine naturgetreue Erektion und man sieht kaum einen Unterschied zu einem implantatfreien Penis. Allerdings sollten sich Patient und auch der Partner darüber im Klaren sein, dass die Penisprothese nur den Härtegrad des Penis verbessert. Der Penis ist aber mit Prothese etwas kürzer oder schmaler als das „normale“ steife Glied.

Kosten und Kostenübernahme einer Penisprothese

Alle invasiven Eingriffe kosten eine Stange Geld. So sieht es leider auch bei Operationen bei Erektionsstörungen aus. Solch eine Operation kann mit allem Drum und Dran locker über 10.000 Euro kosten. Wenn die Operation aber medizinisch notwendig ist und das von behandelnden Ärzten auch so bescheinigt werden kann, übernehmen einige private und gesetzliche Krankenkassen die Kosten. Voraussetzung ist aber, dass alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft und ergebnislos geblieben sind, so dass eine Penisprothese medizinisch notwendig wird. Wer sich auf eigenen Wunsch eine Penisprothese einsetzen lassen möchte, sollte viel Geld sparen, denn dann übernehmen die Krankenkassen die Kosten in der Regel nicht. Am besten, man informiert sich vorab schon bei seiner Krankenkasse, ob und wenn ja in welchem Umfang die Kosten für einen solchen Eingriff übernommen werden.

Fazit

Auf viele Männer wirkt schon allein das Wort „Penisprothese“ abschreckend. Auf andere wiederum verlockend. Die Einstellungen zu dieser Art der Behandlungsmöglichkeit gegen Erektionsstörungen sind unterschiedlich. Besonders für die Männer, die schon alles probiert haben und bei denen anderen Therapieformen nicht geholfen haben, ist die Penisprothese eine hilfreiche Alternative. Die Methode gilt als erfolgsversprechend und zuverlässig. Patienten, bei denen die Operation ohne Komplikationen verlief, sind zum Großteil sehr zufrieden mit dem Ergebnis und führen seither wieder ein erfülltes Sexualleben. Dennoch kommt die Operation nur für eine Minderheit an Männern mit erektiler Dysfunktion in Frage. Meist schlägt eben doch eine der anderen Behandlungsmöglichkeiten an. Dabei hat die Penisprothese vor allem den Vorteil, dass sie lebenslang nutzbar ist und recht schnell nach der Operation schon angewendet werden kann. Selbst nach Jahrzehnten sind sie noch voll einsatzfähig und weisen kaum Verschleißspuren auf. Vor allem die hydraulischen Penisprothesen haben zudem den Vorteil, dass sie nicht auffallen. Man sieht keine Narben oder ähnliches, die auf einen Eingriff im Genitalbereich hinweisen. Somit können die Männer ganz normal in die Sauna gehen oder FKK betreiben.

Bildmaterial: Reproductive system male, medical concept. © yodiyim | Fotolia

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