Für Männer bedeutet er Entspannung, Freude und Erfolg. Für Frauen ist er ein Phänomen, was nur schwer nachzuvollziehen ist: der Samenerguss. Der männliche Lusttropfen, die Ejakulation, der Höhepunkt, das i-Tüpfelchen des Orgasmus. Der Samenerguss hat viele Namen. Und so vielfältig er genannt wird, so vielschichtig ist auch alles, was mit dem Samenerguss zusammenhängt. Im folgenden Text geht es rund um das Thema Samenerguss, wobei fast keine Frage mehr offen bleiben dürfte.

Wie entsteht ein Samenerguss?

Ganz einfach gesagt, ist der Samenerguss das Resultat von der leichten Erregung des Mannes, die immer stärker wird, bis sie im Orgasmus mündet. Der Orgasmus, auch Höhepunkt genannt, endet im Normalfall mit dem Samenerguss, der Ejakulation. Und das alles wird über das Gehirn gesteuert. Denn ist der Mann sexuell erregt ist, sendet das Gehirn Impulse an das sogenannte sympathische und parasympathische Nervensystem. Dieses Nervensystem ist auch für den Herzschlag, die Atmung, die Anspannung der Muskeln sowie die Schweißabsonderung mit zuständig. Die Nervennetze reichen bis ins Rückenmark, von wo aus sie Befehle an den Körper weitergeben. Bei sexueller Erregung werden diese Impulse von da aus an die Muskeln rund um den Schwellkörper des Penis gesendet. Die Muskeln entspannen sich, so dass die Adern rund um den Penis sich erweitern können. Das Blut, was nun in die Adern fließt, ballt sich dort und der Penis wird steif. Der nächste Befehl an den Körper sagt, dass sich das Sperma sammeln soll. Dafür strömt es in die hintere Harnröhre und verschließt die Öffnung zur Blase. Die Harnröhre soll somit nur dem Sperma vorbehalten bleiben. Die Beckenbodenmuskeln und die Muskeln der Schwellkörper werden angeregt, so dass das Sperma in einem regelmäßigen Rhythmus aus der Harnröhre in den Penis gepumpt wird. Nach fünf bis zehn Sekunden ist es soweit: der Samenerguss findet statt. Bis die Spermien in den Penis gelangen, müssen sie eine weite Reise unternehmen. In den Hoden wachsen die Samenzellen, aus denen später das Sperma entsteht. Von dort aus werden sie durch kleine Flimmerhärchen und die Bewegung der Muskeln zu den Nebenhoden transportiert. Von den Nebenhoden aus erreichen sie die Samenleiter. Und in den Samenleitern warten sie darauf, vom Gehirn sozusagen „abgerufen“ zu werden. Kommt ein Mann zum Höhepunkt, ziehen sich Samenleiter und Beckenbodenmuskulatur reflexartig zusammen. Dadurch können die Spermien in die Harnröhre gelangen und von dort werden sie als Samenerguss in einigen schnellen Schüben aus dem Penis hinausbefördert. Übrigens legen Spermien drei bis vier Millimeter pro Minute zurück. Die Geschwindigkeit während dem Samenerguss beträgt ungefähr 17 Kilometer pro Stunde.

Wie fühlt sich der Samenerguss für einen Mann an?

Diese Frage stellt sich sicherlich die ein oder andere Frau. Wie genau fühlt sich der Samenerguss eigentlich an? Ist es ein schönes Gefühl, oder eher unangenehm? Generell ist der Samenerguss für den Mann etwas Schönes, da er mit dem Orgasmus einhergeht. Zwar dauert er nur wenige Sekunden, aber es folgt eine angenehme, schlagartige Entspannung. Das Hinausstoßen des Spermas ist gleichzusetzen mit schnellen Zuckungen kurz hintereinander. Mit dem Samenerguss folgt die Erleichterung und eine längere Phase der absoluten Entspannung.

Wann bekommt man einen Samenerguss?

Nicht immer gehen Orgasmus und Samenerguss denselben Weg. Manchmal findet beides eben nicht gleichzeitig statt. Einigen Männern genügt bereits ein erotischer Anblick oder eine Berührung, um „zu kommen“. Andere benötigen schon etwas mehr Zeit, bis es zum Samenerguss kommt. So vielfältig wie die Menschen sind, so vielfältig sind auch die Zeiten und Wege von Orgasmen und vom Samenerguss. Regieren tut das ganze Spiel einzig und allein das Gehirn. Den ersten Samenerguss bekommen Jungen übrigens im Alter von durchschnittlich elf bis 15 Jahren, ungefähr zur Mitte der Pubertät. Wenn der erste Samenerguss erfolgt ist, ist das gleichbedeutend mit der sofortigen Zeugungsfähigkeit des Jungen.

Wie oft kann man einen Samenerguss bekommen?

Dass ein Mann mehrmals hintereinander einen Samenerguss bekommen kann, ist möglich, aber nicht gerade häufig der Fall. Denn ein mehrmaliger Samenerguss innerhalb kurzer Abstände bedeutet Höchstleistung für den männlichen Körper. Ganz streng gesehen, braucht ein Mann ungefähr zehn Minuten, bis er für die nächste Runde bereit ist. Aber biologisch gesehen ist das nicht so einfach, wie es klingt. Der Mann hat ursprünglich nur Sex, um sich fortzupflanzen. Entsprechend dieser Theorie ist auch der männliche Körper eingestellt. Das bedeutet, einmal Sex und einmal Samenerguss müssten reichen. Zudem ist Sex für Männer durchaus kein Kinderspiel, sondern wirklich wie ein Sport. Der Blutdruck steigt, der Puls und die Atmung gehen schneller und die Muskeln werden angespannt. Es braucht also nach einmal Sex durchaus eine Ruhephase, um den Körper wieder in Form zu bringen. Viele Männer sind nach dem Samenerguss auch müde und matt. Und auch das Sperma braucht seine Zeit, um sich in den Hoden neu zu produzieren. Fakt ist: Die Menge des Spermas nimmt mit der Häufigkeit der Samenergüsse hintereinander deutlich ab. Deshalb kann es auch vorkommen, dass es in solchen Fällen nur zum sogenannten trockenen Orgasmus kommt. Dabei handelt es sich um einen Orgasmus ohne Samenerguss. Dieses Phänomen ist aber sehr selten.

Woraus besteht Sperma eigentlich und wie sieht es aus?

Sperma besteht hauptsächlich aus Wasser und Seminalplasma, einer Flüssigkeit aus den Geschlechtsdrüsen der Samenbläschen, der Cowper-Drüsen und der Vorsteherdrüse. Das Seminalplasma ist dafür verantwortlich, dass die Spermien aktiv werden und sich bewegen und es beschützt und ernährt sie. Aus Samenzellen besteht das Sperma nur zu drei bis fünf Prozent. Zudem sind im Sperma Eiweiß, Harnsäure, die Vitamine E, C und B12 sowie Fruchtzucker, Säure und Lipide enthalten.

Unter einem Mikroskop betrachtet ist ein Spermium ungefähr 60 Kubikmeter lang und setzt sich zusammen aus einem ovalen Kopf, einem kurzen Halsstück, einem Mittelstück und dem Schwanz. Im Kopf befinden sich dabei die Erbinformationen, im Mittelstück die Zellstrukturen. Der Schwanz ist ausschließlich dafür da, dass sich das Spermium bewegen kann.

Während und nach dem Samenerguss sieht Sperma für das bloße Auge aus wie eine weißliche, milchig-graue Flüssigkeit. Nach dem Samenerguss wird es aber relativ schnell zäh und gallertartig. Nach spätestens 40 Minuten verflüssigt es sich wieder. In einem Samenerguss befinden sich ungefähr zwei bis sechs Milliliter, das heißt mindestens 20 Millionen Spermien.

Wo und wie wird Sperma gebildet?

Sperma wird zum größten Teil von der Prostata und den Samenbläschen produziert. Die Produktion beginnt in der Regel ab Mitte der Pubertät. Die Prostata wird auch Vorsteherdrüse genannt. Sie sondert ein dünnflüssiges Sekret ab, in dem viele verschiedene Substanzen enthalten sind. Diese Substanzen sorgen beim Samenerguss dafür, dass sich die Spermien bewegen. Die Samenbläschen sind Drüsen, die innerhalb der Prostata in die Harnröhre münden. Die Samenbläschen produzieren ungefähr die Hälfte der Samenflüssigkeit. Die einzelnen Spermien bilden sich in den Hodenkanälchen. Der Hoden besteht aus vielen sogenannten Läppchen, also speziellen Keimdrüsen. In diesen Läppchen befinden sich die Hodenkanälchen. Nachdem sie gereift sind, wandern sie in die Nebenhoden, wo sie bis auf Abruf gelagert sind. Die Reifung der Spermien dauert ungefähr 70 Tage. Die Produktion von Sperma wird ein Leben lang fortgesetzt. Allerdings kann die Bildung durch Krankheiten oder auch steigendes Alter gestört werden.

Ist es möglich, den Samenerguss hinauszuzögern?

Prinzipiell kann ein Mann seinen Samenerguss nicht wirklich steuern. Deshalb leiden viele Männer unter dem vorzeitigen Samenerguss, andere wollen einfach länger durchhalten, bis sie den Höhepunkt erreichen. Männer, die unter psychischem Druck leiden oder wenn physische Ursachen der Grund vom frühzeitigen Samenerguss sind, sind besonders betroffen. Es ist möglich, das Hinauszögern vom Samenerguss zu trainieren. Das funktioniert unter anderem oftmals mit verhaltenstherapeutischen Übungen wie der Start-Stopp-Methode oder der Squeeze-Technik. Aber auch häufiger Sex oder Masturbation sollen helfen, das Hinauszögern vom Samenerguss zu fördern. Meistens ist ein solches Training aber nur eine vorübergehende Lösung und sorgt nicht für eine lebenslange Garantie, den Samenerguss immer steuern zu können. Bei der Start-Stopp-Technik wird der Penis so lange stimuliert, bis der Mann kurz vorm Höhepunkt ist. An dieser Stelle wird die Stimulation gestoppt, kurz gewartet und dann einige Male wiederholt, bis der Samenerguss zugelassen wird. Bei der Squeeze-Technik muss der Penis kurz vor dem Samenerguss zwischen Eichel und Schaft für einige Sekunden zusammengedrückt werden. Die kurze Pause beeinflusst die Erektion und kann zu einer Verzögerung vom Samenerguss führen. Empfohlen wird aber meist ein längeres Vorspiel, welches den Samenerguss auf schöne Art verzögert. Und gleichzeitig auch schöner für den Partner ist.

Auch eine Sexualberatung oder eine medikamentöse Therapie sind möglich. Unter anderem können die rezeptpflichtigen Medikamente Priligy oder Emla zum Erfolg führen.

Kann man die Spermamenge erhöhen?

Es ist zwar nicht eindeutig geklärt, ob und wie man die Spermamenge wirklich erhöhen kann. Aber es gibt die Möglichkeit, ein gesundes und qualitatives Sperma zu unterstützen. Das funktioniert am besten durch eine proteinreiche, gesunde Ernährung oder durch die Zugabe von der Aminosäure L-Arginin. Sicher gibt es auf dem Markt auch eine ganze Menge von Mitteln, die viel versprechen, aber oftmals leider nicht alles halten. Lieber sollte man auf einen gesunden Lebensstil achten. Auch Nahrungsergänzungsmittel mit Zink, Ginseng oder Maca Pulver können Abhilfe schaffen und die Spermaproduktion anregen. Ein wichtiger Tipp ist aber auch hier wieder ein langes Vorspiel. Durch ein verlängertes Vorspiel kann die Menge des Spermas tatsächlich gesteigert werden. Je länger man auf den Höhepunkt hinarbeitet, desto länger baut sich der Orgasmus auch auf und umso kräftiger erfolgt dann letztendlich der Samenerguss. Aus diesem Grund ist die Spermamenge beim Sex auch um ungefähr 20 Prozent höher als bei der Selbstbefriedigung. In einem Leben produziert ein Mann übrigens durchschnittlich 30 bis 50 Liter. Das ist gleichbedeutend mit 8.571 bis 14.286 Samenergüssen.

Kann man generell die Qualität des Spermas verbessern?

Um das zu beantworten, muss man sich erst fragen, was Qualität in diesem Fall bedeutet. Eine gute Qualität des Spermas bedeutet eine entsprechende Anzahl, die richtige Bewegung sowie die Form des einzelnen Spermiums. Bei der Anzahl liegt der Durchschnitt bei ungefähr 35 Millionen Spermien in zwei Kubikzentimetern Samenflüssigkeit. Als qualitativ gelten Spermien, die eine Beweglichkeit von 50 Prozent vorweisen können. Und bei der Form gibt es einen Standard, der als kräftig und gesund ausgelegt wird. Wenn circa 14 Prozent der Spermien diesem Standard entsprechen, spricht man von Qualität. Um die Qualität zu verbessern, kann man viel tun. Zum einen sollten zu enge Hosen oder Unterhosen ein Tabu sein. Diese quetschen nicht nur den Hoden ab, sondern erzeugen auch zu viel Wärme. Zum anderen gilt es, auf Zigaretten, Alkohol, Steroide und sämtliche Arten von Drogen zu verzichten, wenn man Wert auf qualitative Spermien legt. Gesunde Ernährung sowie ein aktives Sexleben führen ebenfalls dazu, dass das Sperma eine gute Qualität behält. Neuere Studien belegen sogar, dass sich die Qualität des Spermas durch häufigen Sex verbessern kann. Dadurch soll das Sperma immer frisch bleiben.

Fazit: Was so schnell geht, ist doch nicht so einfach. Der Samenerguss ist ein komplexer Vorgang, an dem viele andere Vorgänge hängen. Die Menge des Spermas während dem Samenerguss sagt im Übrigen nichts über die Potenz eines Mannes aus. Wichtiger als Quantität ist die Qualität. Ein durchschnittlicher Samenerguss hat die Menge von etwa einem bis zwei Teelöffeln.